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Künstliche Intelligenz kommt ab 2023 mit Macht

Von: Redaktion Teletalk am 30.01.2023

ChatGPT ist erst der Anfang einer gewaltigen KI-Welle.

Computersysteme, die mit Menschen alltagstaugliche Dialoge führen können, sind nur die Vorläufer einer gigantischen Welle von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz“, prognostiziert Edward Lenssen, CEO der niederländischen Programmschmiede Beech IT. Das US-amerikanische Start-up OpenAI hatte seinen Chatbot ChatGPT (Generative Pre-Trained Transformer) über das Internet frei zugänglich gemacht und damit einen Hype ausgelöst. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Lenssen, „das größte Potenzial der KI-Anwendungen liegt noch im Verborgenen – aber sicherlich nicht mehr lange.“

ChatGPT ist wie ein Weckruf

ChatGPT ist nach Einschätzung des Software-Experten „wie ein Weckruf“, weil die Software erstens ein bemerkenswert breites Spektrum an Fragen im Dialog beantworten kann, und zweitens in zahlreichen Sprachen, darunter auch Deutsch, funktioniert. Edward Lenssen ordnet ein: „Bei ChatGPT handelt es sich weniger um einen wissenschaftlichen Durchbruch als vielmehr um eine Demon¬stration des aktuellen Stands in der KI-Forschung. Das System zeigt öffentlich, was heutzutage möglich ist, wenn Deep Learning mit gewaltigen Rechnerressourcen und gigantischen Datenmengen über das Wissen der Welt ausgestattet wird.“

Laut einer aktuellen Expertenumfrage der Software-Entwicklungsfirma Beech IT sind 85 von 100 Fachleuten davon überzeugt, dass die intelligente Auswertung immer größerer Datenberge („Big Data“) zu innovativen und lukrativen Geschäftsmodellen führen wird. Darunter werden sich zahlreiche disruptive Geschäftsmodelle befinden, die ganze Wirtschaftszweige auf den Kopf stellen, sind 47 Prozent der Fachleute sicher. „Wer in der Wirtschaft Verantwortung trägt, ist gut beraten, sich über mögliche Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf seine Branche im Klaren zu werden“, rät der Software-Experte.

KI wird in vielen Branchen eine Implosion auslösen

Das alte Sprichwort, dass nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, gilt in Bezug auf Künstliche Intelligenz nicht, warnt Lenssen. Ganz im Gegenteil werde KI immer heißer und seiner Meinung nach in vielen Branchen geradezu eine Implosion auslösen. Er gibt zu bedenken, dass Dialogsysteme wie ChatGPT heute schon in der Lage sind, die Kommunikation zwischen Firmen und Kunden weitgehend automatisiert zu übernehmen. Dank moderner Stimmerkennung und Sprachsynthese funktioniert die Mensch-Maschine-Schnittstelle auch am Telefon immer besser; 80 Prozent der Deutschen nehmen am liebsten per Telefon Kontakt zu einem Kundenservice auf.

Finanzwesen, Gesundheitssystem, Logistik, Öffentlicher Dienst …

Der Einsatz von KI-Systemen wird nicht auf die Dialogführung begrenzt bleiben, gibt Edward Lenssen einen Ausblick auf die Zukunft. Er zählt beispielhaft auf: „Bei Banken und Versicherungen, im Gesundheitswesen, der Logistik, dem produzierenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor, dem Öffentlichen Dienst und generell überall dort, wo Menschen vor Bildschirmen sitzen, wird sich Künstliche Intelligenz auf die eine oder andere Weise bemerkbar machen.“ Die Auswirkungen werden für die Unternehmen bzw. Behörden selbst wie auch auf der Arbeitsplatzseite spürbar werden, warnt Lenssen. Die derzeitigen Diskussionen über den Wert von KI-Kunst, nachdem 2022 ein KI-generiertes Bild als Sieger aus einem Kunstwettbewerb in den USA hervorgegangen war, stehen nach Einschätzung des Experten exemplarisch dafür, wie Branchen vom KI-Trend überrascht werden können.

In erster Linie ist KI eine Frage der Software

Firmenchefs, die Künstliche Intelligenz als eine Entwicklung der fernen Zukunft ohne Bezug zu ihrem heutigen Geschäft einordnen, werden sich eines Besseren belehren lassen müssen, so der Software-Experte fest. Ganz im Gegenteil sei es längst höchste Zeit, Know-how über Künstliche Intelligenz ins Unternehmen zu holen. Dabei sei der KI-Einsatz auf mehreren Ebenen zu berücksichtigen, stellt der Experte klar: Die Weiterentwicklung des eigenen Angebots, der Wettbewerb auch durch branchen¬fremde Quereinsteiger und nicht zuletzt der Aufbau von Programmierkapazitäten. Denn am Ende, fasst Lenssen zusammen, ist Künstliche Intelligenz in erster Linie eine Frage der Software.

www.beech.it


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