Die Ereignisse dieses Jahres wirkten als Katalysator für eine sich ohnehin rasant ändernde globale Arbeitswelt. Home-Office, Remote Work ist innerhalb kürzester Zeit zur Norm geworden. Das sorgt zunehmend für ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben. Laut einer Studie von EPOS geben 95 % der Befragten an, dass ihre Konzentration und Effizienz bei der Arbeit durch Audio-Probleme beeinträchtigt wird und auch Auswirkungen auf das emotionale Wohlbefinden hat: 35 % empfinden Frustration, Irritation und Ärger aufgrund von schlechter Audioqualität. Noch beunruhigender ist eine weitere Erkenntnis der Studie: 25 % der Endnutzer sind durch schlechte Audioqualität gestresst und 15 % der Befragten fühlen sich sogar verlegen oder unsicher.
Schlechte Audioqualität schaden Unternehmen und Mitarbeitern
Stressbedingte Krankheiten sind eine der Hauptursachen für Krankheitsausfälle in Deutschland und verursachen wirtschaftliche Kosten von rund 23 Milliarden Euro pro Jahr [1]. Mit neuen Technologien wird versucht den neuen Arbeitsweisen gerecht zu werden. Das führt mitunter zu einer deutlichen Zunahme von Telefonaten und virtuellen Meetings. Dies hat auch zur Folge, dass tägliche Mikrofrustrationen deutlich zugenommen haben. Mitarbeiter erleben zum Beispiel übermäßige Hintergrundgeräusche (42 %), müssen sich wiederholen (34 %) und um die Wiederholung von Informationen bitten (34 %) [2]. Laut Sir Cary Cooper, Professor für Organisationspsychologie und Gesundheit an der Manchester Business School, hat der stetige Anstieg dieser Frustrationen tiefgreifende Auswirkungen auf das emotionale Wohlbefinden der Mitarbeiter. Dies gibt Anlass zur Sorge, da emotionale Stressoren zu Problemen führen können, die weit über den reinen Produktivitätsverlust hinausgehen.
Team-Moral steigern, Harmonie schaffen und die Produktivität optimieren
„Die letzten Monate haben gezeigt, dass laute Umgebungen, die nicht für die Arbeit ausgelegt sind, zu stressigeren Situationen führen, insbesondere in Kombination mit höheren Erwartungen. Da Mitarbeiter, die remote arbeiten, über mehrere Geräte (Mobiltelefone, E-Mails sowie Kommunikations- und Kollaborationsplattformen) mit Kollegen verbunden sind, wird von ihnen immer häufiger verlangt, dass sie fast augenblicklich Ergebnisse liefern. Dieser Arbeitsansatz ist jedoch nicht nachhaltig und es obliegt den Arbeitgebern, mit ihren Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, um die richtigen Lösungen für sie zu finden. Durch die Zusammenarbeit können Unternehmen Best-Practice-Lösungen entwickeln, die die Teammoral steigern, Harmonie schaffen und Arbeitsproduktivität und -effizienz optimieren.“
Immer präsent sein, kann zu höherem Stressniveau beitragen
Millionen von Menschen auf der ganzen Welt kommen bereits zu virtuellen Meetings zusammen und es wird erwartet, dass die Zahlen noch steigen. Microsoft Teams meldete kürzlich einen neuen Tagesrekord von 2,7 Milliarden Meeting-Protokollen an einem Tag [3]. Da ein Großteil der Arbeitskräfte weltweit weiterhin von zu Hause aus arbeitet, stellt die Kultur, immer „online“ und „verfügbar“ zu sein, einen potenziell gefährlichen Präzedenzfall für Arbeitnehmer dar. Noch nie war es so wichtig zu wissen, wie man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben schaffen kann. Denn immer präsent sein zu müssen, kann zu einem höheren Stressniveau beitragen.
Zusätzlichen Besprechungen führen oft nicht zu höheren Leistungen
Dr. Cary Cooper ist der Ansicht, dass Unternehmen, in denen Remote Work praktiziert wird, auch an die Bekämpfung des Präsentismus denken müssen. Das Sprichwort „aus den Augen, aus dem Sinn“ ist bei Mitarbeitern, die remote arbeiten, sehr präsent und um dem entgegenzuwirken, werden immer mehr virtuelle Meetings veranlasst. Diese zusätzlichen Besprechungen führen jedoch oft nicht zu einer höheren Leistung. Cooper empfiehlt, dafür zu sorgen, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bei der Anzahl der zu vereinbarenden Meetings achtsam sind und sich überlegen, ob man nicht stattdessen eine E-Mail schicken könnte.
Wie wirken sich Geräusche auf uns aus?
Während das Großraumbüro einst für die meisten Unternehmen der Modus Operandi und gängiges Format war, das vielleicht wiederkehren wird, haben sich für die meisten Arbeitnehmer heute neue Herausforderungen ergeben. Da ein Großteil der Arbeitnehmer weltweit nach wie vor remote arbeitet, gefährdet Lärm weiterhin nicht nur die Produktivität, sondern auch die Gesundheit der Beschäftigten. Bisher waren wir uns der negativen Auswirkungen schlechter Audioqualität auf unser emotionales Wohlbefinden kaum bewusst. Durch Remote Work ist dieses Thema zunehmend in den Fokus geraten und hat somit auch die Notwendigkeit für Gegenmaßnahmen beschleunigt, die für eine Vermeidung nachteiliger Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter sorgen. Nur wenn wir Lärm wirklich als ein Problem behandeln, mit dem viele Beschäftigte tagtäglich konfrontiert sind, können wir die Produktivität und das Wohlergehen der Mitarbeiter verbessern und wieder damit beginnen, das Potential unserer Arbeitskraft voll auszuschöpfen.
Chronische Ermüdung und ein erhöhter Cortisolspiegel können zu langfristigen Problemen führen.
Wenn ein Mensch störenden Geräuschen ausgesetzt ist, kann dies mit der Zeit zu einem Aufbau von Ermüdungserscheinungen und Stress führen. Audiosensorische Überlastungen treffen das Gehirn, woraufhin das Stresshormon Cortisol freigesetzt wird. Ein Cortisol-Überschuss kann für eine Hemmung der Funktionen des präfrontalen Kortex des Gehirns sorgen, der für das emotionale Lernen und Verarbeiten verantwortlich ist und uns befähigt, begründete Verhaltensweisen wie das Argumentieren oder Planen zu steuern. Chronische Ermüdung des Gehirns und ein erhöhter Cortisolspiegel können zu langfristigen Problemen führen. Die Exposition gegenüber Geräuschen, die eine Stressreaktion auslösen, wirkt unweigerlich zermürbend und verursacht sowohl psychische als auch physische Probleme.
„Wenn Du jemals einen Tag voller unterbrochener und ineffizienter Telefonate erlebt hast, weißt Du, wie anstrengend das sein kann. Das liegt daran, dass das Gehirn unnötige Energie und kognitive Kapazitäten darauf verschwendet, sich auf den relevanten und gewünschten Klang zu konzentrieren“, sagt Jesper Kock, Vice President of Research and Development bei EPOS.„Wenn diese Belastung über einen Zeitraum von Tagen, Wochen oder gar Monaten andauert, können sich überraschend nachteilige Auswirkungen auf das Wohlbefinden ergeben. Aus diesen Gründen ist es so wichtig geworden, ein Gerät mit einem hochwertigen Lautsprecher und Mikrofon zu nutzen, das darauf ausgelegt ist, störende Geräusche zu unterdrücken und zu eliminieren.“
Unternehmen tragen Verantwortung für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter
Im Allgemeinen haben Unternehmen eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern, insbesondere bei der Telearbeit, um sicherzustellen, dass sie sich nicht überfordern. Es besteht die Notwendigkeit, das Wohlergehen der Mitarbeiter von oben nach unten zu kaskadieren. 79 % der Entscheidungsträger sind der Meinung, dass gute Audiogeräte wie Headsets, Kopfhörer und Lautsprecher akustische Beeinträchtigungen mindern können, unabhängig davon, ob man gerade telefoniert oder nicht. Um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter weiter zu steigern, müssen Führungskräfte als Verantwortliche für das Einhalten von Richtlinien und letztlich auch als diejenigen, die über Investitionen am Arbeitsplatz entscheiden, handeln, um tägliche Stressfaktoren abzubauen. Ganz egal, ob es sich dabei um akustische Beeinträchtigungen, mangelnde Work-Life-Balance oder Bedenken hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit handelt.
1 Laut dem in 2019 veröffentlichten Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2018“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
2 EPOS – “Understanding Sound Experience“: https://www.eposaudio.com/de/de/enterprise/insights/articles/understanding-sound-experiences
3 https://www.microsoft.com/en-us/microsoft-365/blog/2020/04/09/remote-work-trend-report-meetings/
TP infinity: Real Time Voice Translation
TDM & Regenbogen: Outsourcing Erfolgsstory
Caseris: Auf dem Weg zur Service-Exzellenz
TAS: Effizienz trifft auf Qualität
Caseris: Auf dem Weg zur Service-Exzellenz
Zoom: Kundenservice neu denken
Konecta: Investieren Sie in Service-Exzellenz
sonocom: Der Ton macht die Musik
QNova: Kontaktanalyse ohne Training
USU: Chatbots und ihre Zukunft im Kundenservice
Five9: Intelligente Virtual Agents (IVAs) markieren Umbruch im Kundenservice
byon:IT- Sicherheit: Ein Must-Have für KMU
Sogedes: Experience meets Efficency
VIER: Emotion Analytics sagt Aktienmarkt-Reaktion voraus
Bucher+Suter: Rundum Service mit dem Webex Contact Center
Lesen Sie
hier weitere Fachbeiträge in TeleTalk /Wissen
TDM: KI und die Trendwende im Kundenservice
ja-dialog: Home oder nicht Home?
TAS AG: Auszeichnung als herausragender Arbeitgeber
TDM: Evolution statt Revolution im Kundenservice
TDM: Dialogmanufaktur mit Zukunftsvision
TDM: Wie spricht man Erfolg?!
New Work – regiocom: Zentraler Wissenszugriff für effziente Kundenservice
Weitere Themen-Specials und Beiträge lesen Sie
hier
Der TeleTalk-Marktführer Contact Center & CRM bietet mit zahlreichen Marktübersichten und einem Business-Guide einen aktuellen Überblick über Technologien, Lösungen, Produkte und Dienstleistungen für Customer Care & Servicemanagement.
Die jeweils aktuelle Ausgabe können Sie hier bestellen.
Werfen Sie hier einen Blick in die aktuellen Marktübersichten.
Zum Kennenlernen geht´s hier zum ePaper.
Status und Trends: Kundenservice in Deutschland
Highlights: Service Excellence Cockpit Report 2024
Chancen und Risiken einer KI Steuer
CX-Trendradar 2024
Diese 5 KI-Trends werden 2024 bestimmen.
Trendstudie 2023/2024: Aktuelle Zahlen zum Kundenservice
CX-Studie: Vor welchen Herausforderungen stehen deutsche Unternehmen?
CCW: Branche im Wandel
Alle Produkte, Lösungen, Dienste und Dienstanbieter für professionellen Kundenservice im schnellen Überblick.
© telepublic Verlag 2011 | Alle Rechte vorbehalten.