Kinderleichtes Banking

Von: Susanne Feldt am 03.01.2012

Die Direktbank Ing-Diba hat im Sommer ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken um so genannte „Dingsbums-Videos“ zu Begriffen aus der Bankenwelt erweitert. TeleTalk hat bei der Direktbank nachgefragt, welche Motive sie damit verfolgt und welche Reaktionen es darauf gibt

TeleTalk: Herr Müller-Schick, die Direktbank Ing-Diba stellt seit dem Sommer – in Anlehnung an eine seinerzeit sehr beliebte Fernsehsendung – die „Diba-Dingsbums“-Videos auf Youtube ins Internet. Darin umschreiben Kinder Bank-Begriffe, ohne diese konkret zu nennen, der Zuschauer muss also selbst erraten, um welchen Begriff es geht. Wie viele dieser Videos gibt es und welche Bankbegriffe werden darin umschrieben?Florian Müller-Schick: Insgesamt sind wir aktuell mit fünf Videos auf Youtube vertreten. Darin umschrieben werden die Begriffe „Geldautomat", „Onlinebanking", „Konto", „Sparen" und natürlich unser Testimonial Dirk Nowitzki, der Handballer.

TeleTalk: Was ist das Ziel dieser Aktion, geht es Ihnen mit dem Videos um Sympathie, Image, Unterhaltung oder Information?
Müller-Schick: Nun, Konsumenten werden heute mit einer unüberschaubaren Vielzahl und Komplexität an Finanzprodukten konfrontiert. Da ist es häufig schwierig, genau zu verstehen, was sich eigentlich hinter einem Produkt verbirgt. Unsere Unternehmensstrategie ist es daher, wenige bedarfsgerechte Produkte anzubieten, die einfach und für jeden verständlich sind. Die Videos sollen verdeutlichen, wie einfach Banking eigentlich ist – ganz nach unserem Motto: „Wenn Banking kinderleicht ist, dann ist es Dibadu!"

TeleTalk: Wie kamen Sie auf die Idee zu diesen Videos?
Müller-Schick: Die Herausforderung bestand darin, diese Botschaft auf unterhaltsame Art und Weise zu transportieren. So haben wir die Idee zu „Diba-Dingsbums" entwickelt: Die Finanzwelt ist so leicht verständlich -–das können sogar Kinder erklären. Natürlich erhoffen wir uns mit den Videos auch einen positiven Einfluss auf das Image unserer Marke. Denn die Filme sind nicht nur sympathisch und unterhaltsam, sondern sie vermitteln auch weitere Werte der Ing-Diba wie Transparenz, Verständlichkeit und Empathie.
 
TeleTalk: Warum haben Sie sich überhaupt für diese Form der Werbung und Kundenbindung entschieden? Warum ist Youtube für eine Bank ein attraktiver Kanal?
Müller-Schick: Bei unseren klassischen Werbespots achten wir darauf, Unterhaltung und Information zu verbinden. Bei diesen Videos steht der Unterhaltungswert klar im Vordergrund. Insofern haben wir uns hinsichtlich der Verbreitung dieser Videos auch für Youtube als Plattform entschieden. Wir sind seit kurzem mit einem eigenen Kanal auf Youtube vertreten und ermöglichen es den Nutzern dort, sich zu vielen unserer Themen zu informieren – angefangen bei der Vorstellung der Unternehmensstrategie durch unseren Vorstandsvorsitzenden Roland Boekhout, über eine Vielzahl von sozialen Projekten, bis hin zu unseren TV-Spots und den Dingsbums-Videos.
 
TeleTalk: Wen adressieren Sie dort?
Müller-Schick: Das kann man so pauschal eigentlich nicht beantworten, da sich auf Youtube die Nutzerschaft nach dem jeweiligen Thema richtet. Unsere Dingsbums-Videos richten sich daher an eine sehr breite, tendenziell aber eher weibliche Zielgruppe.
 
TeleTalk: Weisen Sie selbst in der Kundenkommunikation oder der Werbung auf diese Videos hin oder setzen Sie darauf, dass sich die Inhalte von selbst herumsprechen? Funktioniert das?
Müller-Schick: Nun, es ist uns gut gelungen, unterhaltsame Videos zu produzieren, die auf eine sympathische Art unsere Kernaussagen transportieren. Die virale Verbreitung im Netz ist erfolgreich, jedoch setzen wir die Videos auch aktiv in der Kundenkommunikation und Onlinewerbung ein.
 
TeleTalk: Wie kommmen die Videos eigentlich bei denjenigen an, die sie ansehen? Haben Sie Reaktionen oder Anregungen von Kunden oder Interessenten erhalten?
Müller-Schick: Ja, wir haben sehr viel positive Resonanz auf die Videos erhalten, besonders von Müttern. Viele Kunden haben bei uns angerufen und wollten wissen, ob wir den Kids tatsächlich einfach nur die Begriffe genannt haben, oder ob sie ein Script lernen mussten. Ich denke, man sieht, dass die Aussagen echt sind.
 
TeleTalk: Kommen die Videos auch andernorts zum Einsatz, etwa in der Fernsehwerbung?
Müller-Schick: Nein, eine Schaltung auf den klassischen Kanälen ist derzeit nicht angedacht. Aber wie bereits erwähnt, haben wir die Videos im Rahmen der Kundenkommunikation auf unserer Homepage eingebunden, weitere Maßnahmen sind aber auch hier nicht geplant.
 
 TeleTalk: Youtube ist nicht alles: Wie aktiv sind Sie in anderen sozialen Netzwerken, etwa Facebook und Twitter?
Müller-Schick: Die Welt der Kommunikation ändert sich rasant, das gilt auch und gerade für eine Direktbank. Auf Facebook, Youtube, Twitter & Co. sind ein Großteil unserer Kunden anzutreffen, Anlageempfehlungen, Vergleichsportale und Stimmungsbilder werden mittlerweile gezielt aus dem Netz abgerufen. Immer mehr Entscheidungen werden aufgrund von Empfehlungen und Bewertungen getroffen. Für uns ist die Präsenz im Web 2.0 daher eine ganz logische Antwort auf das sich ändernde Kommunikationsverhalten der Kunden und damit eine Chance für das Beziehungsmanagement.

TeleTalk: Wo findet man Sie denn überall?
Müller-Schick: Neben Youtube sind wir auf vielen Plattfomen in unterschiedlicher Art und Weise vertreten. Auf Facebook haben wir beispielsweise seit kurzem die Pinnwand geöffnet, so können alle Fans der Ing-Diba eigene Beiträge einstellen und mit uns in einen qualitativen Dialog treten. Es geht uns nicht darum, möglichst viel Aufmerksmkeit zu erlangen, sondern einen qualitiv hochwertigen Kontakt mit den Nutzern zu initiieren. Und die Strategie scheint aufzugehen: Auf Facebook haben wir lediglich zwei Prozent Negativbewertungen, das ist ein Spitzenwert!

TeleTalk:  Herr Müller-Schick, ich danke für das Gespräch.

Florian Müller-Schick ist Ressortleiter Marketing bei der Ing-Diba


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Onlineportale als Instrument in einer integrierten CRM bzw. Dialog-Strategie

Wer heute seine Kunden dauerhaft binden möchte, muss sich etwas einfallen lassen.

Mehr zum Thema lesen Sie in dem Beitrag von Verena Buchbinder und Stefan Krimmer, gkk DialogGroup, München

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