Tradition plus IT

Von: René Bernard am 15.02.2011

Der Wechsel zu einer Kommunikationsanlage auf IP-Basis ermögtlicht nicht nur vernetztes Arbeiten und eine einfachere Administration – ein Möbelhersteller spart auch bei den Kosten.

Seit 190 Jahren werden in den Thonet- Werken im nordhessischen Frankenberg Möbel produziert – einige davon haben Design- Geschichte geschrieben: Der Stuhl Nummer 214 markiert den Beginn der industriellen Möbelfertigung und ist der älteste Klassiker, der heute noch produziert wird. Seit 1859 wird er in der von Firmengründer Michael Thonet entwickelten Bugholz-Technik gefertigt und gilt als das meistproduzierte Sitzmöbel und das gelungenste Industrieprodukt weltweit. In den 1930er Jahren ergänzten Stahlrohrmöbel wie der berühmte Freischwinger die Produktpalette, die Entwürfe stammen von Architekten wie Marcel Breuer, Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier und Mart Stam, die in enger Verbindung mit dem Bauhaus standen. Das Unternehmen, das in fünfter Generation in Familienhand liegt und aktuell rund 180 Mitarbeiter beschäftigt, setzt auch heute gemeinsam mit namhaften Architekten und Designern neue Entwürfe um und nutzt fortschrittliche Produktionsmethoden.

PC-Client verbessert

Erreichbarkeit Für die Produktion und den Vertrieb nutzt der Traditionsbetrieb beispielsweise eine neue Kommunikationsanlage auf Basis von Voice over IP (VoIP). Sie ermöglicht es den Mitarbeitern, vernetzt gemeinsam zu arbeiten und spart zugleich Administrationsaufwand und Ausgaben für die IT. Die hierfür geeignete Infrastruktur war im Unternehmen bereits vorhanden: Zur Einführung eines standardisierten Ethernet-Unternehmensnetzwerks vor zwei Jahren nutzte der Möbelfabrikant bewusst Komponenten, die VoIP unterstützen und entschied sich nach einer Testphase für eine Octopus Netphone-Lösung der Telekom. „In einer simulierten Umgebung konnten wir den Funktionsumfang der neuen Anlage prüfen und feststellen, inwieweit sie sich in die bereits vorhandenen IT-Systeme integrieren lässt”, so Günter Majewski, IT-Leiter bei Thonet.

Die nötige Hardware und Software installierten der ICT-Dienstleister und Thonet gemeinsam, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Das IT-Team von Thonet lernte so das System kennen, um gleich Administrationsaufgaben zu übernehmen und die Anwender zu unterstützen. Installiert wurden etwa 60 IP-Telefone, die die Mitarbeiter heute mit Hörer oder Headset nutzen. Weitere Anschlüsse sind kein Problem: Um neue Mitarbeiter einzubinden reicht es, das Telefon mit dem Ethernet- Netzwerk zu verbinden und in einem Administrationstool anzulegen. „Wenn ein Mitarbeiter in ein anderes Büro umzieht, kann er seine Nebenstelle gleich mitnehmen“, so Majewski.

Spezielle Software-Clients sorgen für eine vernetzte Zusammenarbeit: Mitarbeiter steuern über diese Programme beispielsweise Weiterleitungs-, Gruppen- und andere Telefon- Funktionen. Konferenzen leiten sie ein, indem sie die Teilnehmer mit der Maus zusammenführen. Die Anwendung zeigt im PC auch, welcher Kollege am System angemeldet ist und wer gerade telefoniert oder frei ist. Über eine Chat-Funktion können Mitarbeiter einem Kollegen, der telefoniert, zudem kurze Nachrichten senden. Für Mobilität auf dem gesamten Firmengelände sorgen neun Dect-Basisstationen, geplant ist zudem, dass Thonet auch seine Mobilfunkanschlüsse in die neue Anlage einbinden wird. Dadurch wird jeder Mitarbeiter unterwegs seine Büronummer nutzen können und unter dieser erreichbar sein.

Kosten gesenkt

Die Integration der vorhandenen IT-Systeme in die neue Kommunikationslösung gelang problemlos. Über die Verknüpfung mit dem E-Mail Programm Lotus Notes erhalten Mitarbeiter nun Faxe beispielsweise direkt in ihren Posteingang. Auch das Programm zur Adressverwaltung und das ERPSystem (Enterprise Resource Planning) sind verbunden, per Mausklick wählt das System direkt aus dem Kontakt heraus die gewünschte Rufnummer. Die Einführung der Lösung brachte aber nicht nur Erleichterungen im Arbeitsalltag: die monatlichen Leasing -Raten für das Gesamtpaket sind um 20 bis 30 Prozent niedriger als zuvor. Hilfe bei Fragen, Wünschen und Problemen und ein Hardwareaustausch bei Störungen sind inklusive.

René Bernard


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Mehr zum Thema lesen Sie in dem Beitrag von Verena Buchbinder und Stefan Krimmer, gkk DialogGroup, München

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