Der westfälische Reha- und Kurort Bad Sassendorf ist seit 150 Jahren Anlaufpunkt von Patienten mit orthopädischen oder rheumatologischen Erkrankungen, die durch Moor- und Solebehandlungen Linderung und Heilung erfahren können. Seine Heilmittel bezieht das Kurzentrum direkt vor Ort: In Bad Sassendorf liefern Natursolequellen salzhaltiges Wasser mit durchblutungsfördernder und abwehrstärkender Wirkung. Aus den Mooren der Gemeinde stammt nährstoffreicher Torf, der als Packung oder Bad den Stoffwechsel anregt und Schmerzen lindert. Der Betrieb startete mit einer Handvoll Holzwannen im Jahr 1852. Pro Jahr liefern Lastwagen rund 3.000 Kubikmeter Torf im Kurmittelhaus an, wo er gereinigt, zerkleinert und für die verschiedenen Anwendungen aufbereitet wird.
Aktuell werden die Gäste und Patienten im Reha- und Klinikkomplex der Saline Bad Sassendorf von mehr als 500 Mitarbeitern betreut. Um die Erreichbarkeit des Klinikpersonals und damit die Sicherheit der Patienten zu erhöhen, setzt das Unternehmen jetzt eine intelligente Kommunikationslösung von Avaya ein.
„Bei der Modernisierung unserer Kommunikationslösung waren uns vor allem zwei Punkte wichtig: Zum einen sollte die Technik mitwachsen und sich an künftige Anforderungen anpassen lassen. Zum anderen wollten wir ein Patientennotrufsystem implementieren”, erklärt Alfons Meck, Leiter Technik und Versorgung bei der Saline Bad Sassendorf. Die Umsetzung erfolgte durch den Avaya-Partner Comtel. Durch eine Analyse des Ist-Zustands und der Ziele zeigte sich zunächst, dass die vorhandene Infrastruktur größtenteils weiter genutzt werden konnte. Nahezu alle Komponenten, etwa das System zur Abrechnung der Patiententelefonate, ließen sich in eine Gesamtlösung integrieren. Die Kommunikationslösung gewährleistet nun die ständige Erreichbarkeit des Klinikpersonals und damit auch die Sicherheit der Patienten. Zudem ist sie auch auf künftige Erweiterungen eingestellt. Sie verbindet die im ganzen Ort verteilten Klinikgebäude durch Datenleitungen miteinander.
Für Kliniken und Pflegeeinrichtungen gelten dabei besondere gesetzliche Vorschriften hinsichtlich der Kommunikationstechnik, dies betrifft unter anderem auch die Ausfallsicherheit, die besonders gewährleistet werden muss. Jede der in den Kliniken installierten Komponenten kann im Notfall nun die Aufgaben der anderen übernehmen. Auf diese Weise sind die Kliniken jederzeit erreichbar, selbst wenn es lokal in einem Gebäude einmal einen Ausfall gibt. Nötige Veränderungen an der Konfiguration nehmen die Techniker der Saline Bad Sassendorf selbst vor. Meck sieht darin einen erheblichen Komfort- und Effizienzgewinn: „Wir können heute alltägliche Administrationsaufgaben bequem von zentraler Stelle erledigen, etwa Nebenstellen umziehen, Rufumleitungen setzen oder Anrufbeantworter einrichten. Bislang mussten wir dafür immer einem externen Dienstleister hinzuziehen.” Auch für die Patienten bringt die Lösung Vorteile mit sich, gerade in Bezug auf die Sicherheit: Das medizinische Fachpersonal nutzt Funktelefone nach Dect-Standard, die an den multifunktionalen Alarm- und Kommunikationsserver (MACS) angebunden sind. Der MACS verbindet die Kommunikationslösung mit möglichen Alarmquellen, wie beispielsweise den Patientenzimmern, diversen Haustechnikanlagen oder den ITSystemen. Wird ein Alarm registriert, beispielsweise durch einen medizinischen Notfall, lässt das System zuerst das Telefon im Schwesternzimmer der Station läuten. Wird der Anruf hier nicht entgegengenommen, übermittelt MACS die Zimmernummer per Textnachricht auf die schnurlosen Endgeräte der zuständigen Mitarbeiter.
Zwischenzeitlich erhalten auch die Beschäftigten der Haustechnik entsprechende Dect-Geräte und werden so über Störungsmeldungen informiert, etwa durch Sensoren in Aufzügen oder an Klimaanlagen. Einzige Ausnahme in dem intelligenten Alarmsystem sind Brandmeldungen, die wei terhin direkt bei der Feuerwehr eingehen. Die Leitung der Saline Bad Sassendorf denkt bereits über Erweiterungen nach: „Wir planen aktuell zum Beispiel eine schrittweise Umstellung auf Voice over IP (VoIP). Die Lösung bildet dies ohne Mehraufwand ab und ist flexibel erweiterbar”, so Meck.
Neben VoIP steht auch die Verzahnung von IT-Infrastruktur und Kommunikationslösung mit einem Unified Communications- Ansatz auf der Wunschliste. „Wir wollen uns die Möglichkeit offenhalten, unser E-Mail-System jederzeit mit den anderen Kommunikationskomponenten zu verbinden. Denn nur so können wir von den Vorteilen integrierter Kommunikation profitieren, etwa durch digitale Faxverteilung oder einheitliche Postfächer, mit denen die Mitarbeiter Nachrichten in jeder Form erhalten“, erklärt Meck. Weitere Möglichkeiten der Kommunikationslösung könnten auch den Patienten zugute kommen: Gedacht wird dabei unter anderem an einen Internetzugang in allen Patientenzimmern.
Andreas von Meyer zu Knonow
Wer heute seine Kunden dauerhaft binden möchte, muss sich etwas einfallen lassen.
Mehr zum Thema lesen Sie in dem Beitrag von Verena Buchbinder und Stefan Krimmer, gkk DialogGroup, München
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