LARGE ACTION MODELS MANAGEMENT & INNOVATION sind dabei zentral. Im Gegensatz zu klas- sischen LLMs, die Inhalte interpretieren, konversieren und kontextualisieren können, handelt die nächste Generation an Systemen zielgerichtet. Denn Ausdruck ohne Aus- führung stößt an seine Grenzen. LAMs sind KIs, die mit der Welt interagieren, an- statt sie nur darzustellen. Sie signalisieren den Aufstieg der agentenbasierten KI und revolutionieren das Kundenerlebnis. Statt einer Kette von Reaktionen wandeln sie sich zu vorausschauenden Kontrollsystemen und erkennen Fehler, bevor sie entstehen. Basierend auf Absichtssignalen, Mikro- kontexten und zeitlichen Mustern initiieren sie Schritte wie Weiterleitung, Beratung, Eskalation und Intervention, anstatt Feh- ler erst nachträglich auszubügeln. Für den Wettbewerb steht nicht mehr die Frage ‚Wie gut haben wir reagiert?‘, sondern ‚Wie früh haben wir gehandelt?‘ Unternehmen, deren KI kommende Zustände antizipiert, bevor sie Realität werden, haben einen deutlichen Vorteil.“ Vom Prozessmanagement zur Intelligenzorchestrierung Reines Prozessmanagement ist 2026 Ge- schichte. Unternehmen orchestrieren Intel- ligenz dann ganzheitlich. Ein Netzwerk aus KI-Agenten synchronisiert den Ge- schäftsrhythmus: Es erkennt, sagt voraus und handelt – nahtlos über alle Work- flows, Funktionen und Kanäle hinweg. Auch Experience-Orchestration-Plattformen ent- wickeln sich zum neuen Antriebssystem für Unternehmen und werden von großen Sprachmodellen, großen Aktionsmodellen, dem Model Context Protocol (MCP) und der Zusammenarbeit zwischen Agenten (A2A) in großem Maßstab angetrieben. Ge- meinsam wandeln sie die Kunden- und Mitarbeiterer fahrungen von einem verwal- teten, reaktiven Zustand zu einem adaptiven, selbst orches trier ten Erlebnis. Jede Inter- aktion wird Teil einer dynamischen Reise, die in Echtzeit von einer Reihe spezialisier- ter KI-Agenten gestaltet wird. Egal, ob im Vertrieb, Service, Marketing, Betrieb oder Finanzwesen – künftig werden diese in koordinierter Harmonie neben dem Men- schen arbeiten. Das führt zu einem lebendigen, sich selbst regulierenden Gefüge, das über die Automa - tisierung hinausgeht und Daten, KI sowie Menschen vereint. Während Intelligenz die Orchestrierung vorantreibt, wird sie durch Governance und Ethik definiert. Führende Unternehmen geben Richtlinien und eine transparente Aufsicht vor, um sicherzustellen, dass agentenbasierte Ökosysteme mit Integr i - tät und Vertrauen funktionieren. Diejeni gen, die das Gleichgewicht zwischen Orches- trierung, Autonomie und Verantwort lichkeit beherrschen, werden mit Präzision, Anpas- s ungs fähigkeit und einer Form von Intelligenz arbeiten, die sich wirklich lebendig anfühlt. Agentische Transparenz: Die neue Währung des Vertrauens Mit einer ganzheitlichen Orchestrierung geht ein steigender Anspruch an Vertrauen einher. Während agentenbasierte Systeme zunehmend autonom handeln, rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Unternehmen Verantwortung sichtbar machen: nicht nur für einzelne Modelle, sondern für ganze, vernetzte Agenten-Ökosysteme. Transpa- renz, die Befugnisse sowie Entscheidungs- logiken offenlegt, ist die Grundlage für dauerhafte Kundennähe. Im Zeitalter der KI wird Transparenz zur neuen Währung des Vertrauens. Je eigen- ständiger agentische KI handelt, desto glaubwürdiger wirken Unternehmen, die Verantwortung sichtbar und überprüfbar nachweisen. Was ESG für die Unternehmens - verantwortung ist, wird agentische Trans- parenz für die Beurteilung durch Kunden, Mitarbeitende, Aufsichtsbehörden sowie die Gesellschaft sein. Eine aktuelle Genesys- Studie zeigt, dass die Vertrauenslücke der Kunden wächst: 80 Prozent der befragten Ver- braucher erwarten eine klare KI-Governance, doch nur 31 Prozent der befragten CX-Füh- rungskräfte verfügen über eine umfassende Aufsicht. Da viele KI-Agenten gemeinsam wirken, muss Transparenz vom einzelnen Modell auf das gesamte Netz werk ausgewei- tet werden. Mit wachsen der Regulierung ist nachzuweisen, dass autonome Systeme ethisch handeln, KI-Gesetze einhalten und mit den Werten von Menschen und Orga- Agentenbasierte Intelligenz Glenn Nethercutt, Chief Technolo- gy Officer bei Genesys und Olivier Jouve, Chief Product Officer bei Genesys, erklären warum eine vergessliche KI keine Zukunft hat, wie Large Action Models das Kun- denerlebnis revolutionieren und wie diese Modelle in der Erlebnis- orchestrierung des Kundenservice zum Einsatz kommen. nisationen übereinstimmen. Unternehmen müssen außerdem offenlegen, wer ihre KI- Agenten sind, wozu sie befugt sind und wie sie Entscheidungen treffen. Governance wird zum lebendigen Framework, das durch- gängig erklärbar, überprüfbar und rechen- schaftspflichtig ist. Führende Unternehmen geben Richtlinien vor, die für die Einhaltung von KI-Gesetzen sorgen und gleichermaßen Innovation und Agilität bewahren. Voraus- schauende Führungskräfte nutzen Transpa- renz als strategischen Vorteil: Sie verankern Vertrauen und Integrität in jedem Entschei- dungsprozess und machen verantwortungs- volle KI zum Kern ihres Betriebs.“ Der Vorsprung von Unternehmen im Kun- denservice entsteht künftig nicht durch bessere Antworten, sondern durch früheres Handeln. Selektives Gedächtnis und LAMs verbinden Verständnis mit Wirkung, machen Kundenreisen vorausschauend und heben Unternehmen vom Prozessmanagement zur Intelligenzorchestrierung. Wer agentische Ökosysteme mit klarer Governance führt und Transparenz als strategischen Hebel nutzt, verwandelt Compliance in Vertrauen und Vertrauen in nachhaltige Wettbewerbsstärke. Der neue Maßstab lautet: antizipieren statt reagieren – verantwortungsvoll, überprüfbar und wirksam. www.teletalk.de 1/ 2026 TeleTalk 9