Mobile Marketer, hört die Signale

Von TeleTalk-Redakteurin Susanne Feldt, feldt(at)teletalk.de
Seit Jahren gilt Mobile Marketing, die Werbeansprache mittels Handy, als aussichtsreicher Zukunftsmarkt. Und zum wiederholten Male soll es nun also soweit sein, der Markt vor dem Durchbruch stehen. Die Spammer sind da mal wieder einen Schritt weiter: Nach aktuellen Zahlen von Cloudmark haben bereits 80 Prozent der deutschen Handynutzer ungewollt Nachrichten auf ihrem Endgerät erhalten. Die seriösen Werber dürfte das nicht unbesorgt lassen. Und tatsächlich: Um sich die mobilen Werbekonzepte nicht durch unseriöse Angebote untergraben zu lassen, hat Anbieter 12 Snap nun einen Verhaltenskodex für die Marktteilnehmer in den Ring geworfen. Er soll gewährleisten, dass Mobile Marketing ehrlich und damit dauerhaft zu einem Geschäft wird und Verbraucher nicht schon morgen vom Werbemedium Handy die Nase gestrichen voll haben. Vorsorge spart Sorge, mag sich 12 Snap gedacht haben und ein Blick auf die Probleme der Call Center-Branche, die mit neuen Gesetzen konfrontiert wurde, zeigt, wie richtig das ist.
Zwar ist der Mobile Marketing-Ethik-Code im Wesentlichen von viel Idealismus geprägt, geht aber beispielsweise bei der Frage der Zustimmung zum Werbeversand über das sonst übliche Maß hinaus und verlangt von seinen Unterzeichnern, frühestens nach einem doppelten Opt-In durch den Verbraucher Nachrichten an ihn und sein Handy zu versenden. Vorbildlich!
Auch andere Branchen haben den Wert marktinterner Kontrollen erkannt: Der Mehrwertdienstebranche etwa ist es damit gelungen, sich nach und nach vom Schmuddel-Image der 0190-Rotlichtdienste zu lösen, das Geschäft mit der Erotik aber nicht zu gefährden. Missbrauch und Abzocke bringen zwar kurzfristig eine Menge Geld, sichern einer ganzen Branche langfristig aber keinen Erfolg, das hat 12 Snap erkannt und hofft auf gleiche Einsicht bei den übrigen Marktteilnehmern. Ob es allerdings sinnvoll ist, einen weiteren Verhaltenskodex in das Geschäft mit mobilen Diensten einzuführen und mühsam zu etablieren, ist strittig. Immerhin gibt es bereits freiwillige Regeln, nicht zuletzt im FST-Kodex der Mehrwertdienstebranche. Doch der neue Ethik-Code der Mobile Marketer ist vor allem eines: Ein Signal. Und er ist keineswegs in Stein gemeißelt, sondern als Vorschlag und Diskussionsgrundlage zu verstehen. Beides kann und muss man begrüßen, auch wenn ein einzelner, alle Marketingbereiche umfassender Verhaltenskodex vielleicht besser wäre. Aber vielleicht kommt der ja noch - Einsicht kann auch ein erster Schritt zur Einheit sein.
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