Home | TeleTalk-Abonnement | Newsletter | Mediadaten | Business Guide | Kontakt | CC Science 2010 

Standpunkt

Geben Sie Ihren Kunden das Zepter!

Von Kai-Werner Fajga

Das aktuelle TeleTalk-Themenspecial „Service Excellence 2020“ zeigt, dass das Thema professioneller Kundendialog vielen Unternehmen unter den Fingernägeln brennt und als zentrale Aufgabe verstanden wird, ja, als Profession und mit Überzeugung. Im aktuellen Roundtable-Gespräch, das in der Juli-Ausgabe von TeleTalk veröffentlicht wird, fasst es Berater Dirk Scholand von Scholand & Beling in der Aussage zusammen: „Unternehmen müssen lernen, authentisch zu sein", und meint damit vor allem die Öffnung von Serviceorganisationen oder -abteilungen hin zu Social Media. ....weiter

 

Ausgabe TeleTalk 6/10

Highlights

  • Kundenbe- ziehung: Neukundenge- winnung und Bestandspflege
  • Servicenum- mern: Alles klar bei 0180?
  • Contact Center: Monitoring und Qualitätssicherung
  • Hier direkt bestellen

Ausgabe TeleTalk 7/10

Highlights

  • Service Excellence: Ziel im Service verfehlt?
  • TeleTalk-Roundtable: Unternehmen müssen authentischer werden
  • Branchenschwerpunkt Versorger: Service braucht noch mehr Power
  • Hier direkt bestellen

TeleTalk-Marktführer Call Center

Highlights

  • Aktuelle Trends in der Call Center-Branche
  • Special: Contact Center-Lösungen
  • Tabellen und Marktübersichten mit über 500 Anbietern
  • Business Guide mit über 100 Firmenkontakten
  • Tipps und Einkaufshilfen zu ACD-Systemen, CC-Software, Consultants, Dienstleister, Dialer, Headsets, Servicenummern, Telefongesellschaften und VoIP-Plattormen
  • Hier direkt bestellen

Der Service zum Service

Von TeleTalk-Redakteurin Susanne Feldt, feldt(at)teletalk.de

 

Service ist ein Produkt, und dieses Produkt müssen die Kunden bezahlen -- sagen viele Unternehmen. Service ist ein Produkt, sagt auch die Deutsche Bahn. Und will von ihren Kunden künftig 2,50 Euro Servicegebühr für die persönliche Bedienung am Fahrkartenschalter kassieren. Doch worin besteht eigentlich der Service der Bahn, für den Kunden zahlen sollen? Und was ist das Produkt?

 

Das Produkt der Bahn ist die Beförderung mittels Zug und Schiene. Strenggenommen also gar kein Produkt, sondern eine Dienstleistung. Hierfür zahlen die Kunden. Sie zahlen mit dem Fahrkartenkauf, der für die Nutzung der Bahn zwingend erforderlich und damit Teil der Dienstleistung ist. Die Bahn funktioniert nun diesen notwendigen Kaufvorgang zum Serviceangbot für den Service Bahnfahren um und macht damit schon den Kaufvorgang zum Produkt: Wollen Bahnkunden eine Fahrkarte bezahlen, und zwar persönlich, sollen sie für diesen Bezahlvorgang nochmals zahlen. Erwerben sie die Fahrkarte dagegen automatisiert, übernehmen die Arbeit also selbst, kostet sie das "nur" den normalen Fahrpreis -- das dürfen die Kunden dann schon als Service betrachten.

Diese komplizierte, aber clevere Verschiebung der Begriffe "Produkt" und "Service" hat System, und die Bahn ist nicht das einzige Unternehmen, das seine eigenen Kunden zur unbezahlten Mitarbeit bewegt, indem es ihnen die hierfür nicht anfallenden Zusatzkosten als Service verkauft. Doch Selbstbedienung ist keine Bedienung. Und manch andere Branche hat bereits erfahren, dass es sich nicht unbedingt lohnt, die eigenen Kunden zu bestrafen, nur weil sie Service als das begreifen, was es eigentlich ist: Eine Selbstverständlichkeit.

Und während außerdem die Telekommunikationsbranche langsam erkennt, dass der persönliche Kontakt zum Kunden keineswegs ein lästiges Übel, sondern eine wertvolle Gelegenheit zum Kennenlernen ist, drängt die Bahn entschlossen in die völlig entgegengesetzte Richtung. Sie signalisiert, dass sie so wenig Kontakt zu ihren Kunden möchte wie möglich. Und Kunden, die bedient werden wollen, will sie schon dreimal nicht. Die Macher der Radio-Comedyserie Stenkelfeld dachten diese Pläne unlängst zu Ende und ließen einen fiktiven Bahnmitarbeiter erklären, das Unternehmen Deutsche Bahn sei dann am lukrativsten an der Börse zu platzieren, wenn es praktisch keine Kunden und damit keine Aufwandkosten für den Bahnbetrieb mehr habe. Man sollte es mal ausprobieren.