Aufklärung tut not

von Christoph Pause
"Call Center? Das ist doch etwas mit Callboys, oder?" So oder so ähnlich antworten Jugendliche, wenn man sie zu Call Centern befragt. Das Berliner Institut für Dialogmarketing hat 600 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren gefragt, ob sie staatlich anerkannte Ausbildungsgänge im Dialogmarketing kennen. Das ernüchternde Ergebnis: Nur gut 30 Befragte konnten die Frage bejahen.
Trotz aller Werbemaßnahmen auf Plakatwänden, in Broschüren und im Internet sind die neuen Ausbildungsberufe zur Servicefachkraft und zum Kaufmann für Dialogmarketing also weitgehend unbekannt. Und nicht nur das: Auch mit dem Begriff Dialogmarketing konnten nur wenige etwas anfangen. 43 Prozent kennen ihn, ein Viertel verbindet mit dem Begriff "irgendetwas mit Verkauf", manche glauben, Dialogkaufleute seien Straßenverkäufer. Etwas besser steht es um den Terminus Call Center: 38 Prozent verbinden damit Kundenbetreuung, ein knappes Drittel Telefonverkauf und immerhin ein Viertel Telefonwerbung. Nur rund elf Prozent haben ihn noch nie gehört.
Die Umfrage macht deutlich, dass die Call Center-Unternehmen es noch nicht ausreichend geschafft haben, sich als attraktive Arbeitgeber mit Zukunftschancen für qualifizierte Mitarbeiter öffentlich bekannt zu machen. Um Schulabgänger als Auszubildende zu gewinnen, müssen die Unternehmen ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken. Tage der offenen Tür, Schulbesuche in Abschlussklassen, Informationsveranstaltungen in den Berufsinformationszentren und bei den örtlichen IHKs, über das Internet und in Werbespots für sich zu werben bieten sich dafür an. Vielleicht hilft ja der Image-Film, den das Call Center-Forum produziert hat. Erstmals zu sehen ist er übrigens am 2. August auf www.teletalk.de.
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